Mehr Farbe geht nicht

Foto: Mela Theurer

Bunter Protest gegen Polizeigewalt: Katalonien begeht Jahrestag des Referendums über Unabhängigkeit von Spanien



In angespannter Stimmung begeht Katalonien heute den ersten Jahrestag des Referendums vom 1. Oktober 2017. Bei dieser von der Zentralregierung in Madrid verbotenen Volksabstimmung sprachen sich mehr als zwei Millionen Menschen für die Bildung einer von Spanien unabhängigen Republik aus. Um das Referendum zu verhindern, hatte die Regierung Tausende Beamte der Nationalpolizei und der Guardia Civil nach Katalonien entsandt. Diese gingen teilweise mit brutaler Gewalt gegen Wähler vor, die sich an der Abstimmung beteiligen wollten. 1.066 Menschen wurden nach offiziellen Angaben durch die Polizei verletzt, ein Mann verlor ein Auge. Allein in Barcelona laufen noch Ermittlungsverfahren gegen 24 Beamte. Trotz der

„Mehr Farbe geht nicht“ weiterlesen

Kämpfende Migrantinnen

Foto: Mela Theurer

Barcelona: Protest gegen Sexismus und Einwanderungsgesetze. Ehemalige Kunstschule besetzt

Über 500 Gruppen und Kollektive haben am Sonntag die bislang stärkste Mobilisierung von Migranten in Barcelona unterstützt: »Weg mit dem rassistischen Ausländergesetz« und »Es wird sich noch zeigen, wer die Schlacht gewinnt, der rassistische Institutionalismus oder die kämpfenden Migrantinnen«, schallte es auf der Plaça de Catalunya. 3.000 Menschen waren laut Veranstalter gekommen, um für die Verbesserung der rechtlichen Situation von Einwanderern zu demonstrieren. Die Stadtpolizei sprach von 1.500. In einem lautstarken und auch festlichen Zug ging es über die Rambla, am kolonialistischen Denkmal des Christoph Kolumbus vorbei, durch den Migrantenstadtteil Raval hin zur ehemaligen Kunstschule Massana. Das Gebäude ist seit dem 21. April besetzt. So wurde an eine Tradition angeknüpft, denn diese Protestform war bereits vor 17 Jahren in verschiedenen „Kämpfende Migrantinnen“ weiterlesen

Neun Jahre

Foto: Mela Theurer

Nach knapp neun Jahren kommt es im Korruptionsfall um den Palau de la Música und die illegale Parteienfinanzierung der katalanischen liberalen Convergència endlich zu einem Urteil

Am  15. Januar verkündete der Gerichtshof in Barcelona im sogenannten Fall Palau das Urteil. Der Hauptangelagte und ehemalige Vorsitzende der Stiftung Fundació Orfeo Català – Palau de la Música Fèlix Millet erhielt 9 Jahre und 8 Monate Gefängnis. Jordi Montull, rechte Hand des heute 81-jährigen Millets wurde zu 7 Jahren und 8 Monaten verurteilt, die ehemalige Finanzdirektorin Gemma Montull muss für viereinhalb Jahre hinter Gitter. Daniel Osàcar, ehemaliger Schatzmeister der katalalanischen Liberalen Convergència Democràtica de Catalunya CDC und einziger Politiker auf der Anklagebank, wurde zu vier Jahren und fünf MontatenHaft veurteilt. „Neun Jahre“ weiterlesen

„No tinc por“

Foto: Mela Theurer

Keine Angst: 500.000 Menschen demonstrieren in der katalanischen Stadt Barcelona für den Frieden

Gut eine Woche nach den Anschlägen haben am Samstag in Barcelona nach Schätzungen rund 500.000 Menschen unter dem Motto »No tinc por« (Ich habe keine Angst) gegen Terror und für den Frieden demonstriert. Rechnerisch folgte fast jeder dritte Einwohner der Metropole dem Aufruf des Präsidenten der katalanischen Generalitat, Carles Puigdemont, und von Barcelonas Bürgermeisterin Ada Colau. Die klare Botschaft der zahlreichen Transparente: »Wir lassen uns nicht einschüchtern!«

An der Massenkundgebung beteiligte sich am Samstag erstmals in der Geschichte „„No tinc por““ weiterlesen

Schatten des Krieges

Foto: Mela Theurer

Opfer aus 34 Ländern: Nach Anschlag einer IS-Terrorzelle viele Tote und Verletzte in Barcelona. Schock in Touristenmetropole

Am Tag nach dem Attentat herrscht in der sonst so quirligen katalanischen Hauptstadt Trauer. Zur Mittagsstunde versammelten sich am Freitag Tausende auf der Plaça de Catalunya im Zentrum Barcelonas, um mit einer Schweigeminute der Opfer zu gedenken. Spaniens König Felipe war ebenso zugegen wie Regierungschef Mariano Rajoy und Kataloniens Premier Carles Puigdemont, die ihren Urlaub abgebrochen hatten, um in die Stadt am Mittelmeer zu kommen. In der Nähe dieses Platzes, am oberen Ende des von Einheimischen und Touristen üblicherweise dicht bevölkerten Prachtboulevards Las Ramblas, hatte ein Täter am Donnerstag gegen 17 Uhr mit einem Lieferwagen seine Horrorfahrt in die Menschenmenge gestartet. Erst nach etwa 600 Metern kam das Auto auf Höhe des Opernhauses Gran Teatre del Liceu zum Stehen, „Schatten des Krieges“ weiterlesen

IS bekennt sich zu Attentat in Barcelona

16-DSC_0079
Foto: Mela Theurer

13 Tote und über 80 Verletzte sind die vorläufige Bilanz des Anschlags auf der Rambla

Es war nicht eine Frage ob, sondern wann es passiert. Letztendlich markiert der 17. August den Tag eines der schrecklichsten Attentate, das der spanische Staat und die die Stadt Barcelona je erlebt hat. Im Herzen der katalanischen Metropole, der emblematischen Rambla, raste ein angemieteter Transporter in die Menschenmenge. 600 Meter legte das Fahrzeug auf dem Mittelstreifen der belebten Flaniermeile zurück, wo es ausgehend vom berühmten Brunnen von Canaletas letztendlich am Opernhaus Liceu zum Stehen kam. Der Fahrer flüchtete zu Fuss. 13 Tote, 15 Schwerverletzte und weitere 70 Verletzte sind die vorläufige Bilanz dieses Attentats. Mit der Bekenntnis des Islamischen Staats bestätigte sich im Laufe des Abends die Vermutung eines poltitisch motivierten Anschlags. Augenzeugen zufolge handelte es sich um einen offensichtlich unbewaffneten Fahrer, der nachdem der Transporter zum Stehen kam, in den an die Rambla grenzenden Stadtteil Raval flüchtete. Die Gegend wurde weiträumend abgesperrt und die umliegenden Gebäude evakuiert. Bis kurz vor Mitternacht galt ein Teil der Rambla als Sperrzone, weder Anwohner noch Touristen hatten bis dahin Zutritt zu ihren Wohnungen und Hotels.

Im Laufe des Abends wurden zwei Personen verhaftet. Josep Lluís Trapero, Major der „IS bekennt sich zu Attentat in Barcelona“ weiterlesen

Tourist go home

Foto: Mela Theurer

Proteste gegen Invasion von Billigurlaubern spitzen sich zu. Immer mehr Einwohner wehren sich gegen knapper werdenden Wohnraum

 

Am Samstag vormittag wurden die Sonnenanbeter an Barcelonas Hausstrand von einer Protestaktion überrascht. Um die 300 Anwohner des direkt am Meer gelegenen Stadtteils Barceloneta demonstrierten für den Strukturerhalt ihres Viertels und gegen den Massentourismus. Sie trugen Plakate mit Aufschriften wie »Ferienapartments raus aus unserem Wohnviertel« und machten auf die immer prekärer werdende Situation aufmerksam, die der »Low-cost«-Tourismus mit sich bringt. Die Bürgerinitiative »Verteidigen wir unseren Stadtteil« forderte von der Stadtverwaltung, entschiedener gegen illegale Ferienwohnungen vorzugehen. Das Rathaus „Tourist go home“ weiterlesen

Die wiederholten Lügen des ehemaligen Richters Garzón

1-DSC_0939
Foto: Mela Theurer

Im folgenden wird die Antwort von 19 Festgenommenen im Vorfeld der Olympischen Spiele 1992 auf einen kürzlich erschienenen Artikel des damals verantwortlichen Richters Baltasar Garzón dokumentiert. Garzón negiert darin nach wie vor, dass die Verhafteten gefoltert wurden

In einem am 31. Juli in der Zeitung La Vanguardia veröffentlichten Artikel spricht Baltasar Garzón davon, dass „die nachträgliche Wahrheitsdeutung durch Emotionalität und Subjektivität geprägt sei.“ Garzón benutzt den Begriff der emotional motivierter Lügen, „wenn das, was real erlebt wurde von weitaus geringerer Bedeutung ist, als das wie es persönlich wahrgenommen wurde.“  In unserem Falle bedeutet seine Aussage, dass es von geringer Bedeutung ist, dass zahlreiche „Die wiederholten Lügen des ehemaligen Richters Garzón“ weiterlesen

Guàrdia Civil gegen Schlangen

Foto: Mela Theurer

Nach wochenlangem Arbeitskampf des Kontrollpersonals der Firma Eulen schickt die spanische Regierung die Guàrdia Civil als „Streikbrecher“ an Barcelonas Flughafen El Prat, um Warteschlangen ein Ende zu setzen

Abheben ist immer mit einem Glücksgefühl verbunden. Wer diese Tage vom Flughafen Barcelona abhebt, kann sich  allerdings wirklich glücklich schätzen. Seit Wochen gehen Bilder und Nachrichten durch die spanischen Medien: Lange Warteschlangen am Kontrollschalter, hoffende und verzweifelnde Reisende, verpasste Flüge, zerstörte Urlaube, geplatzte Geschäftsreisen und sonstige traurige persönliche Schicksale. Zur Hauptreisezeit streikt das Kontrollpersonal an Barcelonas Flughafen El Prat. Der Tarifkonflikt, in dem seitens der ArbeiterInnenschaft nicht nur eine signifikante Lohnerhöhung gefordert, sondern auch die prekäre Arbeitssituation des Security-Personals angeprangert wird, fand am vergangenen Sonntag mit der Verkündung eines unbefristeten Streiks seinen Höhepunkt. „Guàrdia Civil gegen Schlangen“ weiterlesen

Hartes Urteil auf schwachen Beinen

Foto: Mela Theurer

Nach knapp 6 Monaten Verhandlung wurde eine 36-jährige Anarchistin aus Barcelona wegen angeblicher Beteiligung an einem Banküberfall auf katholische Pax-Bank in Aachen zu siebeneinhalb Jahren verurteilt

Am vergangenen Mittwoch wurde eine Aktivistin aus der anarchistischen FrauenLesben-Szenze Barcelonas wegen angeblicher Beteiligung an einem Banküberfall auf die katholische Pax-Bank in Aachen im Jahr 2014 zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Bei dem Überfall waren 425.410 Euro und Devisen im Wert von mehreren tausend Euro erbeutet worden. Die Beweislage stützte sich auf eine DNA-Analyse der Verurteilten, die mit in der Nähe des Überfalls gefundenen Gegenständen indentisch sein soll. Eine Perücke, ein „Hartes Urteil auf schwachen Beinen“ weiterlesen